Es gibt so Kombinationen aus Wörtern, die lassen mich schwerer atmen. Das passiert, damit mein Feixen nicht so auffällt. Sonst müsste ich ja ausholen, um Geschichten zu erzählen. Also atme ich schön und beruhige so mein belustigtes Gemüt.

Nicht jeder will überall und allenthalben Geschichten hören.

Ihr jedoch – ihr treuen Leser – wollt doch. Oder?

In Wahrheit ist es auch eine Geschichte voller Traurigkeit und Herzeleid, gepaart mit körperlichen Gebrechen. Aber schön der Reihe nach.

Nachts sind alle Gebrechen schlimmer als am Tage. Wer schon mal krank war, weiß das. Eine Schnupfennase wird dick wie ein Klops in der Nacht, ein Schmerz potenziert sich. Gelenke schmerzen besonders böse. Und ein Juckreiz will gar nicht mehr aufhören.

Es hört und hört und hört nicht auf.

 

Aus diesem Grunde kam auch dieser Akademiker nachts um drei in die Notaufnahme.

„Notaufnahme – was können wir für die tun?“

„Ich brauche einen Arzt. Haben sie einen männlichen Arzt?“

„Haben wir!“

Luftballonluftaustrittsgeräusch am Ende der Sprechanlage. Was für ein Glück – ein Kerl im Haus.

Nun weiß der geneigte Leser, dass es mehr nicht braucht, um diesen Fall aufs Gröbste – noch bevor wir ihn gesehen hatten –  einzuschätzen: Eine Erkrankung „unterherum“.

 

 

Hinter verschlossenen Türen – die allerdings nie wirklich schließen – hörten wir die zu Herze gehende Geschichte.

Vor drei Wochen wurde er von seiner Frau verlassen. Die große Liebe. Jetzt ist sie weg. Der Kummer des Herzens jedoch muss irgendwo seinen Weg finden. Immer und überall sucht er sich seine Bahn, seinen Ort, seine Manifestation.

Auch bei ihm.

Um mehrmals täglichen zu onanieren.

Nun – nach drei Wochen fiel ihm – mitten in der Nacht –  auf, dass es irgendwie anderes ist als sonst. Nicht mehr ganz so gefühlsecht. Es würde auch länger dauern als „früher“. Der Penis würde irgendwie „glühen“. Er täte fast schon weh.Schon fast wund wäre er. „Seltsam das alles – nicht wahr, Herr Doktor?“

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Bildquelle: Pixabay

Das bereitete ihm sehr große Sorgen. Schließlich weiß man ja nie. Am Ende ist es was schlimmes. Vorboten von Krebs oder so.

Die Frage des Arztes, ob er mal einfach eine Pause gemacht hätte, anstatt sich fünf mal am Tag einen zu wedeln zu onanieren, verneinte er.

„Ich brauche das einfach!“

„Ihr Penis braucht Ruhe! Sie müssen einfach mal die Finger davon lassen!“,  widersprach der Arzt. Morgend um drei Uhr war er eher pragmatisch und wortkarg.

Es raschelte ein wenig, als er den obligatorischen Brief für den weiterbehandelnden Arzt schrieb, und sprach die drei magischen Worte der Notfallvorsorgung.:

„Kühlen, schonen, hoch lagern! Dann wird es besser. Lassen sie die Finger weg!“… und verschwand im dunklen Krankenhausflur türenklappend.

Der Patient huschte aus dem Zimmer in die sternenklare Nacht und zurück zu seinem Herze- und Penisleid.

Wir jedoch blickten verwundert an und kicherten ein wenig albern – wie sich das gehört um diese Uhrzeit. Nach müd` kommt blöd.