Es sind manchmal kleine Augenblicke, kleine Sätze, die einen bis ins Herz berühren.

 

Die Traurigkeit kleiner Habseligkeiten .

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Die Traurigkeit, fünf Tage vor dem 99. Geburtstag zu beschließen: Es ist genug. Ich will dieses Leben ohne Freunde, ohne Familie aber mit viel Schmerzen nicht mehr.

Die Traurigkeit, von einem gewohnten Körperteil Anschied zumnehmen.

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Die Traurigkeit, sich nicht auf sein Herz verlassen zu können.

Die Traurigkeit des Schmerzes.

Die Traurigkeit in den Augen des dementen Patienten.

Die Traurigkeit des Wissens um ein verkorktes Leben, das man mit viel Alkohol wegzuspülen versucht.

Die Traurigkeit über die Angst, dass die Verhärtung in der Brust Krebs sein könnte.

Die Traurigkeit über den schönen Moment, den man gemeinsam teilt.

Die Traurigkeit, seinem Buddy nicht helfen zu können, weil er nicht reden möchte.

Die Traurigkeit über die Schönheit des Winters.

Die Traurigkeit, kein Zuhause zu haben.

Die Traurigkeit über ein ungewisses Schicksal.

 

Ach wie nichtig, ach wie flüchtig
sind der Menschen Tage!
Wie ein Strom beginnt zu rinnen
und mit Laufen nicht hält innen,
so fährt unsre Zeit von hinnen.

Michael Frank (1609 – 1667))