Stadt-Land-Fluß

Flaute.

Nix los.

An einem Sonntagnachmittag  in einer Notaufnahme. Ist das zu fassen?

Gut – ein bisschen lag es auch daran, dass eine Dame, als sie ausprobieren wollte, wie glatt es ist merkte, dass es sehr glatt ist. Zack. Oberschenkelhalsfraktur. Und ab in den OP. Mitsamt den Chirurgen. Das Wetter draußen: winterlich- zauberhaft, aber eine durchaus solide und hübsche Wetterlage und somit prima geeignet für alle Herz- und Lungenkrankheiten.

Sitzen und warten.

Ungläubiges sitzen und warten.

Immer noch sitzen und warten.

(Wir sind das nicht gewöhnt)

Späßchen machen.

Wir dachten gerade darüber nach, ob wir jetzt ein paar Vorschläge zur Rettung der Weltlage erstellen, oder ein Manifest „Vorteil- Nachteile: Über die Gottgleichheit von Chefärzten“ locker aus dem Handgelenk herunterschreiben sowie einen Hashtag „Liebe und andere Gründe, den Kopf zu verlieren“ gründen, aber dann entschieden wir uns, Stadt- Land-Fluß spielen.

Stadt-Land-Fluß_o

Ich hab da mal was für euch vorbereitet.

Todesart mit P?  Pumaangriff

Zubereitete Speise mit K? Kichererbesenpüree mit Zuckerschoten.

Schimpfwort mit Q? Quarktasche, olle.

Ach – was hatten wir für einen Spaß. Mindestens für mehrere Minuten.

Dann kam einer mit „spinnendem Blutdruck“. Da fiel uns ein, dass wir die Kategorie „Bekloppte Krankheiten“ vergessen hatten. Das hätte so gut bei S gepasst.

(Da wir ja leicht auf der Arbeit abzulenken sind (Kundschaft, Telefon, sonstiges), haben wir  „Fluß“ in die etwas leichtere Variante „Gewässer“ umgewandelt.)

 

Von Ingeborg Wollschläger

Dreißig Jahre war ich Krankenschwester und davon über zwanzig Jahre in einer Notaufnahme beschäftigt. Im März 2020 erschien mein Buch „Die Notaufnahmeschwester - ein Alltag zwischen Leben, Tod und Wahnsinn“ im Penguin Verlag. 2018 kehrte ich der Pflege den Rücken und bin seitdem als Seniorenreferentin für die Betagten meiner Kirchengemeinde zuständig. Gepflegt wird nun nicht mehr: Jetzt wird "gehegt". In Gruppen und Kreisen, Gottesdiensten und bei jeder Menge Hausbesuchen bin ich mit den Seniorinnen und Senioren in engem Kontakt. Mit großem Interesse lausche ich dort den Geschichten der alten und manchmal auch sehr weisen Menschen. Der wahre Luxus meines derzeitigen Berufes ist, dass ich Zeit habe, mir Lebensgeschichten anzuhören. Ich darf nachfragen und bekomme fast immer Antworten. "Nebenbei" bin ich freiberufliche Journalistin für das Radio (u.a. Klassik Radio) sowie Mitglied der Redaktion des „Evangelischen Sonntagblatts aus Bayern“. Ich habe drei Söhne, einen Halbtagshund und liebe Suppe.

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