Verwirrende Fragen

Ein junger Mann klingelt. Unter dem Arm hat er ein Holzbrett dabei. Den Übeltäter. Daran hat er sich ein bisschen aufgeratscht. Man sieht es kaum mit bloßem Auge. Aber es hat natürlich „übelst weh getan“. Gestern. Außerdem hat er ganz vorbildlich seinen Inpfausweis dabei.  Da wollte er sich mal vorbei kommen, damit auch wirklich alles in Ordnung ist.
Wir sind ja immer froh, wenn wir helfen -in diesem Falle -lesen können.
War super.  Impfschutz klasse. Wunde auch.
„Ja“,  fragt der junge Mann. „Gut.  Und was können Sie jetzt noch für mich tun?“
„Äh.  Nichts?“
Vielleicht beten? Zusammen Kaffee trinken? Socken sortierten? Gemeinsam auf ein Wunder oder eine neue Wunde warten?
Man weiß es nicht.

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Von Ingeborg Wollschläger

Dreißig Jahre war ich Krankenschwester und davon über zwanzig Jahre in einer Notaufnahme beschäftigt. Im März 2020 erschien mein Buch „Die Notaufnahmeschwester - ein Alltag zwischen Leben, Tod und Wahnsinn“ im Penguin Verlag. 2018 kehrte ich der Pflege den Rücken und bin seitdem als Seniorenreferentin für die Betagten meiner Kirchengemeinde zuständig. Gepflegt wird nun nicht mehr: Jetzt wird "gehegt". In Gruppen und Kreisen, Gottesdiensten und bei jeder Menge Hausbesuchen bin ich mit den Seniorinnen und Senioren in engem Kontakt. Mit großem Interesse lausche ich dort den Geschichten der alten und manchmal auch sehr weisen Menschen. Der wahre Luxus meines derzeitigen Berufes ist, dass ich Zeit habe, mir Lebensgeschichten anzuhören. Ich darf nachfragen und bekomme fast immer Antworten. "Nebenbei" bin ich freiberufliche Journalistin für das Radio (u.a. Klassik Radio) sowie Mitglied der Redaktion des „Evangelischen Sonntagblatts aus Bayern“. Ich habe drei Söhne, einen Halbtagshund und liebe Suppe.

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