Wenns hinten weh tut….

Wir, das Personal einer Notaufnahme, sind erfreut, wenn Patienten ehrlich sind und uns alles detailgetreu erzählen. 
Wir würden sonst weniger zu lachen haben.
Es ist aber auch ein Elend, wenn der  Tag einen versaut wird, weil man einmal Spaß  haben wollte.   Eine 18 jährige kommt, weil der Rücken wahnsinnig weh tut. Der Küchentisch -vor allem die Kante war aber auch echt hart! Und so schmerzhaft! Also so im Nachhinein. So schmerzhaft, dass man -zur Sicherheit -lieber mal in die Notaufnahme geht. Der Freund-geschätzt doppelt so alt wie sein Liebchen – kommt zur Begleitung mit.  Er grinst ein wenig verlegen.
Mit einer Schmerztablette wünschen wir weiterhin alles Gute. Die Kollegin rät zum zukünftigen Gebrauch eines Kissens und eines Eisbeutels.

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Von Ingeborg Wollschläger

Dreißig Jahre war ich Krankenschwester und davon über zwanzig Jahre in einer Notaufnahme beschäftigt. Im März 2020 erschien mein Buch „Die Notaufnahmeschwester - ein Alltag zwischen Leben, Tod und Wahnsinn“ im Penguin Verlag. 2018 kehrte ich der Pflege den Rücken und bin seitdem als Seniorenreferentin für die Betagten meiner Kirchengemeinde zuständig. Gepflegt wird nun nicht mehr: Jetzt wird "gehegt". In Gruppen und Kreisen, Gottesdiensten und bei jeder Menge Hausbesuchen bin ich mit den Seniorinnen und Senioren in engem Kontakt. Mit großem Interesse lausche ich dort den Geschichten der alten und manchmal auch sehr weisen Menschen. Der wahre Luxus meines derzeitigen Berufes ist, dass ich Zeit habe, mir Lebensgeschichten anzuhören. Ich darf nachfragen und bekomme fast immer Antworten. "Nebenbei" bin ich freiberufliche Journalistin für das Radio (u.a. Klassik Radio) sowie Mitglied der Redaktion des „Evangelischen Sonntagblatts aus Bayern“. Ich habe drei Söhne, einen Halbtagshund und liebe Suppe.

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